26 Oktober 2015

Komplexithoden

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Thomas Engelhardt

Ein Buch zu Komplexität  - endlich!

Komplexität ist ja nun schon seit geraumer Zeit in aller Munde, so sehr dass man es eigentlich schon nicht mehr hören kann. Umso erstaunlicher, dass erst jetzt ein Buch mit einer Sammlung an Komplexithoden erscheint, also dazu, wie man konkret mit dieser Komplexität umgehen kann.

Und ja – ich finde das Buch hält, was es verspricht. Es gibt konkrete Ideen an die Hand, wie man ein dynamisches Unternehmensumfeld auf die innere Operationsogik eines Unternehmens übertragen und damit die äußere Komplexität gestalten kann – statt ihr ausgeliefert zu sein. In einer guten Mischung aus grundlegenden Überlegungen zu den Facetten des Themas Komplexität erhält man Schritt für Schritt Inspirationen für das eigene Handeln. 

Diese Inspirationen und Methoden sind aufgeteilt zu drei großen Leitfragen: 

  • Wie können wir unser Unternehmen in einer komplexen Welt leistungsfähig halten?
  • Wie können wir Agilität als Organisationsprinzip verankern?
  • Wie können wir Lernen und Entwicklung so gestalten, dass lebenslanges Lernen Wirklichkeit wird?

Manches ist altbekannt, manches wirklich neu

Je nach dem wie intensiv sich der Leser bereits mit dem Thema auseinandergesetzt hat, wird er hier manches wiederfinden, was er bereits kennt. Und dennoch denke ich, wird jeder auch neue Impulse erhalten. Aber allein schon die Strukturierung des eben doch sehr komplexen Themas und die gut verdichteten Beschreibungen der einzelnen Aspekte sind aus meiner Sicht sehr hilfreich.  Schön  plakativ ist hier vor allem das Eingangskapitel, das die neue rote Welt der alten blauen Welt gegenüberstellt und beschreibt, worin die zentralen Unterschiede bestehen (etwa Weisung versus Vereinbarung).  Auch das kennt man schon, aber es ist in einer besonders gelungene Weise auf den Punkt gebracht und grafisch ansprechend dargestellt. Im den drei weiteren oben bereits erwähnten Kapiteln erhält man dann ganz neue Perspektiven darauf, wie sich die rote Welt gestalten lässt - etwas durch Kompleximeetings, Tandemgespräche  oder eine relative Leistungsmessung angepasst an relative Ziele.

Hinzu kommen manche Überraschungen – für mich zum Beispiel die Aussage, dass Homeoffice eigentlich keine gute Lösung ist, zumindest nicht mit Blick auf das Thema Komplexitätsbewältigung. Und das obwohl die meisten Unternehmen ja immer noch damit kämpfen, sie überhaupt zuzulassen.

Hier wird auch deutlich, wie weit die Autoren mit diesem Buch eigentlich gehen. Eigentlich, weil das Buch so selbstverständlich rüberkommt. So heißt es zu  der zeitgemäßen Art der „Beta-Führung“, die sich auf die Gegebenheite der roten Welt einstellt, ganz lapidar: Diese Art von Führung ist „eigentlich alternativlos“. So erscheint mir auch die Lektüre dieses Buches .

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